Schlagwort: Reflexion

  • Heute vor einem Jahr

    Heute vor einem Jahr bin ich zur 2. Post COVID Reha angetreten. Im Gepäck hatte ich, neben all meinen ganzen Klamotten – Hoffnung und Angst.

    Die Hoffnung: das diese Reha etwas bringt und die Angst: das sich mein Zustand erneut verschlechtert.

    Wie die Reha ausgegangen ist, könnt ihr alles in meinem Podcast zur 2. Reha hören und auch in dem Fazit zur 2. Reha.

    Nun ist schon so viel Zeit vergangen, mein Zustand stagniert gerade und doch ist nichts mehr wie es einmal war. Seit dem 09.01.2025, genau 1 Woche nach Reha Ende, veränderte sich mein Zustand erneut. Seitdem liege ich im Dunkeln – seitdem muss hier alles dunkel sein. Seitdem muss alles noch leiser sein und seitdem bin ich auch visuell stark eingeschränkt. Besuche sind nicht mehr möglich und wenn dann nur ohne mich.

    Inzwischen verlasse ich kaum noch das Haus und wenn, dann auch nur im Rollstuhl. Ich habe Medikamente probiert, die ich leider wegen Nebenwirkungen absetzen musste. Meine Erwerbsminderungsrente, ist dank der Reha, relativ schnell bewilligt worden. Mein Pflegegrad ist auf 2 gestiegen und ich haben ein GDB. Beim GDB wurde auf alle, für mich notwendigen Merkzeichen verzichtet und das obwohl ich sie brauche. Aber das LaGeSo scheint da mehr Ahnung zu haben und daher ist ein Widerspruch zwecklos. Diese Kämpfe strengen sehr an und zeigen immer wieder, wie Ahnungslos einige Intuitionen sind. Da ist definitiv noch mehr an Schulungen und Hintergrundwissen nötig.

    Jetzt steht Weihnachten vor der Tür und so richtig will keine Freude aufkommen. Dieses Jahr wird Weihnachten auch ganz anders als die letzten Jahre. Es wird nämlich kein großes Familienfest stattfinden. Dieses Jahr feiern wir alleine. Meine Mum kommt wahrscheinlich, aber mehr auch nicht. Mein körperlicher Zustand lässt kein großes Fest zu – und da ich dieses Jahr gerne dabei sein möchte, kann leider keiner kommen. Das würde ich körperlich nicht schaffen. Ich konnte schon letztes Jahr nicht Dabeisein, als die Geschenke ausgepackt wurden. Vielleicht klappt es dieses Jahr, in unserem kleinen Kreis.

    Dazu brauche ich es dunkle und das würde bei all den Gästen nicht funktionieren. Immerhin fällt ja jetzt auch mein Rückzugsort weg. Früher konnte ich immer noch in das Zimmer meiner Tochter und habe so von der Lautstärke im Wohnzimmer nichts mitbekommen. Aber durch das Terrarium ist es dort sehr hell, was ich jetzt nicht mehr aushalte. Und in meiner Dunkelkammer bekomme ich alles mit, da dort nur ein Schiebevorhang ist. Es ist einfach eine blöde Situation. Ich hoffe so sehr, dass es eines Tages wieder besser wird. Ein Wunsch, den sehr viele von uns haben.

    Ich wünsche euch eine wunderschöne Vorweihnachtszeit.

    Eure Yvi

  • Reflexion Mai

    Der Mai begann so, wie der April aufgehört hatte…mit der Lungenentzündung meiner Frau, die nicht so richtig weggehen wollte. Dazu kamen dann noch Folgeerscheinungen, die sich auch in die Länge zogen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber alles ausgestanden, nur noch die Erschöpfung ist leicht zurückgeblieben.

    Mein Zustand ist immer noch beim alten. Ich habe fürchterliche Schmerzen in den Gelenken, Knochen, Muskeln und Nerven. Es gibt Tage, da kann ich vor Schmerz kaum gehen oder die Arme, Hände, Finger benutzen. Das nervt schon. Da hilft das Vitamine B und auch das Magnesium nicht mehr so wirklich. Schade eigentlich, weil am Anfang hatte ich schon das Gefühl, dass das Vitamine B etwas bei den Schmerzen hilft. Seit Ende Mai liege ich mit Sonnenbrille im Dunkeln, weil das Licht so höllisch schmerzt und nicht zu ertragen ist. Licht und Helligkeit ist allgemein gerade wieder sehr schlimm. Ich hoffe, dass dieser Zustand kein dauerhafter Zustand wird. Ansonsten hatte ich im Mai die meisten Unfälle in der Wohnung. Zum Glück nie was schlimmes, aber es hat schon genervt.

    Mein GdB wurde auch mit 30 bewilligt, aber da bin ich in Widerspruch gegangen. Im Moment ist mein Bell-Score bei 20 und für längere Wege bin ich auf den Rollstuhl angewiesen. Erst letztens wurde uns wieder vor Augen gehalten, wie schwer es mit Rollstuhl ist, wenn man nirgends richtig Parken kann und keine Barrierefreiheit besteht. Es nervt wirklich so, dass man um alles kämpfen muss, obwohl die Arztbriefe doch schon eindeutig sind.

    Pflegegrad 2 wurde bewilligt und das anhand von Aktenlage. Bin ich auch ganz froh drüber, weil es doch enorm Stress für mich, ist solche Termine wahrzunehmen.

    Ansonsten konnte ich trotz aller Umstände, wieder ein bisschen zu meiner inneren Stärke finden. Ich hab meinen Tiefschlag überwunden und kann die neue Situation jetzt besser annehmen.

    Und ich hab endlich wieder einen Podcast aufgenommen. Ich hoffe, dass ich das jetzt wieder öfters tun kann.

    Der Juni kann kommen, ich bin bereit für ihn.

    Eure Yvi

  • Reflexion April

    Der April verlief gesundheitlich so, wie der März. Wir hatten einen Beratungstermin zwecks Erhöhung des Pflegegrads. Besuch vom Medizinischen Dienst war aber noch nicht.

    Die Ferien verliefen anders als sonst. Dadurch das meine Frau das Wohnzimmer gemalert hat, blieb das Wohnzimmer leer….es lief kein Fernseher oder sonstiges und auch hat sich keiner im Wohnzimmer aufgehalten. Was für mich schon mal von Vorteil ist, weil es dadurch leise war. Der Kleine war durchgehend mit Husten und Schnupfen beschäftigt, leider die ganzen zwei Wochen lang und die Große hat die Zeit für sich genutzt und einfach mal entspannt. In der zweiten Wochen wurde dann auch meine Frau krank und somit waren Aktivitäten nicht mehr möglich. Solche Ferien hatten wir schon lange nicht mehr. Sonst wurde immer was unternommen. Aber bei Krankheit geht das leider nicht.

    Unser Wohnzimmer ist fertig und schaut total schön aus. Die Farbe ist mega und auch die Akustikpaneele sehen sehr gut an der Wand aus. Ich liebe das neue Wohnzimmer. Auch die dunklen Klemmrollos sind schon angebracht. Eigentlich sollten die „Schwarz“ sein, aber in der Sonne leuchten sie „Braun“ und auch so ist es definitiv kein tiefes Schwarz. Gefällt mir persönlich jetzt nicht so. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Couch und auf die müssen wir auch länger warten als gedacht.

    Meine kleine Runde „Geburtstagskaffee“ musste ich absagen. Meine Frau hatte kurz vorher eine Lungenentzündung bekommen und es ging ihr echt Scheiße. Damit war ich körperlich total überfordert und musste täglich meine körperlichen Grenzen überschreiten. Zum Glück hat meine Große mich super unterstützt und mir geholfen. Ohne ihre Hilfe wäre ich echt aufgeschmissen gewesen. Dementsprechend traurig und voller Sorgen verlief auch mein Geburtstag. Nicht alles im Leben kann man planen und manchmal läuft es halt anders als erwartet bzw. erhofft. Aber ich hab tolle Geschenke bekommen, über die ich mich sehr gefreut habe.

    Jetzt hoffe ich mal, dass der Mai besser verläuft und nicht so, wie der April geendet ist.

    Eure Yvi

  • Reflexion März

    Den März habe ich komplett in der Dunkelheit verbracht. Gesundheitlich hat sich leider nichts verbessert, es ist ein täglicher Kampf. 

    An einem sonnigen Wochenende haben wir einen Familienausflug gemacht. Endlich mal wieder gemeinsam als Familie, durch den Rollstuhl ist das möglich. Der Körper hat ne Woche gebraucht, um sich halbwegs davon zu erholen. Aber gut, so ist das halt mit Post COVID….schöne Dinge werden im Nachhinein immer bestraft. 

    Ansonsten wurde der März ja stark bestreikt. Für mich als bettlägerige Person nicht so schlimm, davon bekomme ich ja nichts mit. Alle anderen schon und wahrscheinlich hat‘s den einen oder anderen auch geärgert. 

    Ende März kam dann mein Rentenbescheid. Meine Erwerbsminderungsrente wurde bewilligt. Ich bin nun offiziell Rentnerin.

    Nun bin ich gespannt, wie sich die langen sonnigen Tage auf meinen gesundheitlichen Zustand auswirken und wie der April so wird. Vielleicht hält er ja was Gutes für mich bereit? Obwohl, der April weiß ja nicht was er will. Egal, ich lass mich überraschen. 

    Eure Yvi

  • Reflexion Februar

    Der Februar begann mit einer neuen Frisur. Ich hab mir meine Haare auf 3mm abrasiert. 

    Die Akzeptanz meines neuen Zustandes fällt mir schwer und die Dunkelheit wurde zu meinem Tagesmittelpunkt. So lag ich spätestens ab Mittag in der Dunkelheit. Mein Zustand hat sich kein bisschen gebessert. Und wenn ich daran denke, was ein ärztlicher Gutachter mir vor einem Jahr versprochen hat….könnte ich schreien. Er hat mir eine Wunderheilung versprochen. Er kennt so viele mit Post COVID, die alle wieder Gesund sind und ich werde auch bald wieder (2. Monate gab er mir) Gesund sein. Und nun, nun ist schon 1. Jahr vergangen und ich bin NICHT Gesund. Diese Begegnung und diese Missachtung des Gutachters ärgert mich noch heute. Er hat nicht 1x danach gefragt, wie es mir geht und wie mein Alltag so ausschaut. Aber leider machen wir alle solche Begegnungen. Und außer sich zu beschweren und dagegen anzukämpfen, bleibt uns nicht viel übrig. Meistens haben wir auch keine Kraft, um gegen all diese Ignoranz und Ablehnung zu kämpfen. 

    Körperlich war im Februar auch nicht viel drin. Aber ich bin so dankbar für meinen Rollator. Der Körper macht so schnell schlapp, ich würde ohne ihn nicht mehr durchhalten. Und dieses zwischendurch dann mal raufsetzten und Pause machen, ist so toll. Meine Kids beneiden mich darum. Jetzt wo das Wetter auch wieder wärmer wird, planen wir Spaziergänge mit dem Rollstuhl. Aber auch nur, abhängig von der Körperverfassung. Also alles spontan.

    Aber jetzt müssen wir erstmal die Erkältungszeit überstehen….und die schleppt sich schon seit Wochen, mit auf‘s und ab‘s, bei uns herum. Wenn man denkt es wird besser, geht es ein paar Tage später wieder von vorne los. Und ich hoffe einfach nur, dass es bei einer Grippe/Erkältung bleibt und Influenza oder RSV an uns vorbeiziehen. Ich hoffe es sehr.

    Mal schauen was der März so bringt.

    Eure Yvi

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