Vor ca. 5-6 Wochen habe ich einen neuen Rollstuhl beantragt und nun wurde dieser abgelehnt. Und als Begründung wurde einfach mal das „transportieren im Auto“ angegeben.
Aber fangen wir von vorne an. Bei einem Beratungseinsatz einer Häuslichen Krankenpflege wurde mir dieser Rollstuhl empfohlen und als notwendig angesehen. Ein Adaptivrollstuhl nach Maß, mit verstellbarer Rücken- und Fußlehne und Kopfstütze. Also habe ich mir dafür ein Rezept ausstellen lassen und diesen beantragt. Ein Anruf von der Krankenkasse folgte und man empfahl mir ein „Multifunktionsrollstuhl“ der ja genauso wie ein „Adaptivrollstuhl“ ist. Ein Gespräch mit einem Fachberater vom Sanitätshaus folgte und man erklärte mir die unterschiede der beiden Rollstühle. Es blieb dabei, ich beantragte einen Adaptivrollstuhl, weil dieser meinem körperlichen Bedarf entsprach.
Nach 4 Wochen kam immer noch keine Entscheidung, was mich sehr wunderte. Es fehlte etwas in dem Antrag, weshalb es erstmal intern abgelehnt wurde ohne das ich davon was mitbekommen habe. Nachdem alles vollständig nachgereicht wurde, kam 1 Woche später erneut ein Anruf von der Krankenkasse. Man fragte mich wozu ich diesen Rollstuhl benötige. Immerhin habe ich ja einen Rollator und einen Rollstuhl. Also erklärte ich mich, was dem Mitarbeiter nicht reichte und er mir wieder den Multifunktionsrollstuhl anbot, da der Adaptivrollstuhl zu teuer war. Draufhin erklärte ich, dass dieser Rollststuhl ja auch ins Auto passen müsste.
Und ein Multifunktionsrollstuhl ist schwer, unhandlich, hat eine kompakte Bauweise. Dazu lässt er mich nicht selbst agieren, wenn es mir möglich wäre und würde mich massiv in meiner Selbständigkeit einschränken. Auch draußen ist er nur schwer zu schieben, was dann wiederum die Person betrifft, die mich schiebt. Und dann die Rampe bei uns im Haus, dort würde dieser Rollstuhl beim hochschieben auch eine Herausforderung darstellen.
Der Mitarbeiter von der Krankenkasse blieb am Auto hängen und meinte, dass sie dafür nicht aufkommen können. Ich erklärte nochmals, dass er nicht „nur“ für‘s Auto ist, aber ich muss ja auch daran denken, dass ich mit dem Rollstuhl zu Arztterminen muss. Er verwies mich erneut an den Multifunktionsrollstuhl, wodurch ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.
Wenig später folgte die Ablehnung, auf Grund dessen, dass ich den Adaptivrollstuhl im Auto transportieren möchte.
Ein Grund, der für mich nicht nachvollziehbar ist. Für die Krankenkasse aber anscheinend ein toller Grund, um diesen teuren Rollstuhl nicht bezahlen und genehmigen zu müssen. Da scheint das Wohl und die bestmögliche sinnvollere Nutzung eines Hilfsmittel nicht ausschlaggebend zu sein. Ich bin es ja nur, die sich mit diesem Rollstuhl rumschlagen muss. Und natürlich die Person, die mich in diesem Multifunktionsrollstuhl schiebt und ihn dann die Schräge hochbekommen muss.
Ganz ehrlich, da kann ich dann auch weiterhin in meiner Wohnung eingesperrt bleiben. Wen interessiert das schon?
Aber wem erzähle ich das? Ihr wisst ja selbst wie schwer das ist, wenn man etwas braucht und dann aus irgendwelchen Gründen abgelehnt wird. Da bin ich ja kein Einzelfall.
Eure Yvi