Schlagwort: familienleben

  • Auswirkungen meines Gesundheitszustandes auf‘s Familienleben

    Wir waren letztens mit dem Rollstuhl unterwegs, als uns ein anderer Rollstuhlfahrer entgegenkam. Eigentlich nichts untypisches, denn mit Rollstuhl oder Rollator begegnen wir vielen Menschen. Nur diesmal klopfte mein Sohn mir auf die Schulter und sagte, mit Blick zum anderen Rollstuhlfahrer „Du warst auch mal Gesund und konntest gehen, jetzt hast du Post COVID und musst im Rollstuhl sitzen.“ Sowas hat er in meiner Gegenwart noch nie gesagt. Letztens hatten wir mal darüber gesprochen, dass ich es nicht zur Schule schaffe und wenn, dann wahrscheinlich 30min mit dem Rollator brauche. Nur würde ich es dann nicht wieder nach Hause schaffen, worauf er geantwortet hatte „Dann setzt du dich einfach auf den Rollator und ich schiebe dich“. Selbst wenn ich es nicht die Treppen hoch schaffe, sagt er jedes Mal ich solle mich an ihm festhalten. Er spricht nie darüber, macht sich aber seine Gedanken wie er mir helfen oder mich unterwegs unterstützen kann. Meine Große ist schon Älter, sie geht damit offen um und spricht auch darüber. 

    Wie Leben jetzt schon länger in diesem Zustand, aber da dieser sich immer mehr verändert bringt dies inzwischen Veränderungen für alle mit sich. Das ist nicht mehr nur der Ausflug, Haushalt, Einkaufen oder so, was alleine gemacht werden muss. Inzwischen betrifft es auch den Urlaub. Sei es nur mal übers Wochenende oder ne Woche im Ausland. Dinge, die im Moment nicht so leicht zu regeln sind, zumal wir ja auch noch Amy (unsere Hündin) haben. Davon abgesehen, wer kümmert sich dann um mich? 

    Zum jetzigen Zeitpunkt müssen hier alle Rücksicht auf mich nehmen und Abstriche machen. Alles muss um mich herum geplant und geregelt werden. Trotzdem versuchen wir, alles was möglich ist, damit die Kids nicht auf alles verzichten müssen. Aber es bedarf einer ständigen Absprache und Tagesplanung. Klar, dass da jeder an seine Grenzen stößt und die Kids jetzt schon lernen, was es bedeutet Schule, Hausaufgaben, Lernen, Haushalt, Einkaufen gehen, Sportverein und Amy alles unter einen Hut zu bringen. Ist an vielen Tagen nämlich alles andere als leicht. 

    Eure Yvi

  • Kinderbesuch

    Kennt ihr das, wenn irgendwann am Nachmittag die Klassenkameraden an der Tür klingeln? Oder wenn die Kids sich zum Spielen für zuhause verabreden? Eigentlich alles ganz normal und unkompliziert, aber leider nicht in meinem Zustand. Da man nie weiß wie der Tag wird und in welchem Zustand ich mich dann befinde, können Freunde/Kumpels oder Klassenkameraden leider nicht so ohne weiteres spontan hochkommen. Das geht leider nur wenn Nette da ist. Sobald ich alleine bin, geht sowas gar nicht. Mein gesundheitlicher Zustand und die Problematik mit der Reizüberflutung, der Lärmempfindlichkeit und der Lichtempfindlichkeit lässt es leider nicht zu, dass hier mal spontan Kinderbesuch kommen kann. Ist natürlich schade und auch traurig, aber leider nicht anders machbar. Ein Nachteil für alle, der manchmal ganz schön belastend ist und man sich gerne anders wünschen würde. Zumal es mir auch wehtut, wenn ich meinem Sohn seinen Wunsch nicht gewähren kann und ihn mit einem anderen Tag vertrösten muss. Da schmerzt mein Mutterherz sehr. Aber egal wie ich es drehe und wende, nach Möglichkeiten suche….es geht einfach nicht. Aber jetzt wo die Tage wärmer werden und es schon länger hell ist, können die Kids wieder draußen Zeit auf dem Spielplatz oder dem Fußballplatz verbringen. Da muss ich nicht „Nein“ sagen, da kann er einfach gehen.

    Eure Yvi

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