Dieses Jahr werde ich weiter um meine Rechte kämpfen. Und das, obwohl ich keine Kraft und Nerven dafür habe. Aber es gibt Hilfsmittel, Merkzeichen (GdB) oder auch andere Rechte, die mir in meiner jetzigen Situation einfach zustehen. Das traurige an der ganzen Situation ist klar „mein Zustand“, aber noch trauriger ist, dass man in diesem Zustand um alles kämpfen muss. Das man sich bei Behörden, Krankenkassen, Ämtern und…und…und überall dafür rechtfertigen muss, dass man dieses Hilfsmittel, diese Anerkennung oder aber auch diese Merkzeichen (GdB) braucht.
Und bei diesem Kampf, den man so schon mit Post COVID und ME/CFS hat, läuft es bei jedem anders. Der eine hat Glück und bekommt die Anerkennung, die Merkzeichen beim GdB oder aber auch das notwendige Hilfsmittel ohne extreme Kämpfe. Ein anderer dagegen, muss um alles kämpfen oder um ein Teil davon. Was uns jedoch – unabhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand – verbindet, ist die Tatsache, dass wir in einem für uns existenziell notwendigen Lebensbereich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind und dafür kontinuierlich um alles kämpfen müssen. Sei es um den Tag zu überstehen oder aber auch für wichtige Hilfsmittel, notwendige Unterstützung, notwendige Aberkennung, um ein bisschen Teilhabe am Leben zu bekommen.
Und diese Teilhabe am Leben wird einem verwehrt, wenn Hilfsmittel, Merkzeichen für GdB, Pflegestufe und Anerkennung nicht bewilligt werden. Und das in unserem Zustand. Einem Zustand, indem man so schon kaum Kraft hat und ein Leben führt, welches durch ein Virus oder eine Impfung zerstört wurde.
Vieles ist für Rollstuhlfahrer, in der Öffentlichkeit nicht zumutbar. Daher habe ich mich jetzt auch ans Straßen- und Grünflächenamt gewandt, um auf unzumutbare Hindernisse für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen hinzuweisen. Ich bin gespannt ob was passiert und wie lange man auf eine Reaktion warten muss.
Ich werde um meine, für mich notwendigen Merkzeichen beim GdB kämpfen. Und nicht weil ich eine Vergünstigung oder irgendwelche anderen Vorteile möchte. Ich benötige diese Merkzeichen, um am Leben teilhaben zu können. Um die Problematik mit dem Rollstuhl zu lindern, welche zur Zeit viele Hindernisse und Hürden darstellen. Was wiederum dazu führt, dass ich Arztbesuche oder Aktivitäten meide und nicht wahrnehmen kann, unabhängig vom Gesundheitszustand. Diese Problematik sehen nur leider die Behörden, Ämter und so nicht, da diese nur nach Richtlinien oder Protokollen arbeiten.
Ich werde auch weiter um meinen, für mich notwendigen, Rollstuhl kämpfen. Ja, auch hier werden mir Steine in den Weg gelegt, weil dieser zu teuer ist. Das er für mich aber eine Notwendigkeit darstellt, wird hierbei nicht berücksichtigt. Stattdessen bekommt man viel zu kurze Fristen, die durch Feiertage oder Urlaub der Ärzte in den Ferien, zum einreichen der nötigen Unterlagen nicht ausreichen oder gerechtfertigt sind. In meinen Augen ist das alles Schikane und wahrscheinlich die Hoffnung, dass wir in unserem Zustand aufgeben und alles so hinnehmen.
NEIN, ich werde diese Schikanen und Missstände nicht hinnehmen. Ich werde kämpfen, um in meinem Zustand, am Leben teilhaben zu können. Zumindest das was mit Hilfsmitteln und Anerkennung möglich ist.
Die Gesundheitsreform, die Gesundheitspolitik und das ganze Gesundheitssystem muss dringend überarbeitet werden. Krankheiten verlaufen nicht immer nach den festgelegten medizinischen Richtlinien oder Protokollen. Ein Leitfaden ist sicherlich sinnvoll und auch nötig. Heißt aber nicht, dass man dadurch die notwendigen Hilfsmittel verweigert oder einem die Notwendige Hilfe verwehrt, nur weil die Bestimmungen das so in den Richtlinien festlegen. Dieser Zustand macht mich echt wütend.
Wie siehst du das?
Deine Yvi