Seit über einem Jahr war ich nicht mehr bei meiner Psychologin. Nicht, weil ich nich wollte – nein….weil es körperlich einfach nicht möglich war. Und eigentlich wäre auch dieser Termin körperlich nicht möglich gewesen, aber ich wollte diesen Termin unbedingt.
Denn die Gespräche mit meiner Psychologin tuen mir gut und sind in meiner Situation auch sehr hilfreich. Zu meinem Glück habe ich eine Psychologin, die wirklich gut ist und wo alles passt. Dieses Glück ist heute noch selten. Entweder gibt es keine Termine mehr, ewig lange Wartezeiten oder das Miteinander stimmt nicht. Gute Psychologen sind heute noch schwer zu finden – Psychologen überhaupt sind heute noch schwer zu finden. Dabei werden sie so dringend gebraucht. Um so mehr weiß ich es zu schätzen, solch ein Glück zu haben – eine tolle Psychologin gefunden zu haben.
Da mir die Gespräche mit Ihr sehr gut tun und mir auch helfen, habe ich mich entschlossen die Therapie wieder fortzusetzen. Körperlich ist es weiterhin schwer, aber für mich sind diese Termine „Selbstfürsorge“. Bei all meinem Pacing, was ich täglich mache und worauf ich auch sehr achte, gehört die psychologische Therapie mit dazu. Ob mein Körper möchte oder nicht. Denn auch das seelische Wohlbefinden ist wichtig und notwendig.
Denn manchmal sind die Gedanken schwer zu tragen. Und einige Gedanken oder Ängste teile ich da dann auch lieber mit einer Außenstehenden Person, um meine Familie damit nicht zu belasten. Für Angehörige ist die ganze Situation schon schwer genug. Diesen geliebten Menschen leiden zu sehen belastet einen – da brauchen wir uns nichts vormachen. Wobei ich Glück habe, ich kann mit meinen Lieben über alles reden ohne Angst und Scheu. Und das bedeutet mir sehr viel.
Von meinem Pflegedienst habe ich mich zu meinem Termin fahren lassen. Das Haus ist zum Glück Barriefrei und hat einen Fahrstuhl. Was gut ist, denn durch meinen Rollstuhl bin ich auf eine Barrierefreiheit angewiesen. Bei einigen meiner Arztpraxen ist dies leider nicht der Fall. Was einen Besuch dahingehend nicht immer möglich macht.
Das Gespräch habe ich leider nicht bis zum Ende durchgehalten – dabei hätte ich so viel Gesprächsstoff. Aber körperlich war irgendwann Schluss…nichts ging mehr. Also ging es wieder nach Hause. Es tat trotzdem gut, dort gewesen zu sein. Und das hat auch super und unkompliziert, mit dem Pflegedienst, geklappt. Ich hab nur während der Fahrt (im Rollstuhl) ziemlich doll gefroren. Das nächste Mal muss ich noch ne Decke drüber schmeißen.
Und ganz wichtig: Für meinen mich pflegenden Herzensmensch war es, durch das hin- und zurückbringen des Pflegedienstes zu meinem Termin, eine Entlastung. Gäbe es den Pflegedienst nicht, wäre dieser Termin an ihr hängengeblieben. Aber wie schon beim letzten Blogeintrag geschrieben, Selbstfürsorge ist für Pflegende Angehörige sehr wichtig und notwendig.
Eure Yvi

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