2025 war definitiv mein schwerstes Jahr. Es hat mich seelisch und körperlich sehr an meine Grenzen gebracht und mich erneut einen Teil meiner Lebensqualität gekostet. Ich hätte niemals gedacht, dass so viel Willenskraft und Stärke in mir steckt und mein Kampfgeist mich durch dieses Jahr bringt. Ich hätte auch niemals damit gerechnet, dass mich dieser Kampfgeist einmal zum „Vorbild“ für meine Kinder machen würde. Wenn ich ihnen dadurch jedoch zeigen kann, dass es sich immer lohnt zu kämpfen – egal, wie schwer eine Situation auch ist -, gehe ich diesen Weg als „Vorbild“ gerne voran.
Dieses Jahr habe ich viel geweint, gekämpft und zwischendurch immer mal wieder aufgegeben. Ich konnte kaum noch das Haus verlassen und lag nur noch in der Dunkelheit. Ich musste um Hilfsmittel und Anerkennung kämpfen. Meine sozialen Kontakte wurden zunehmend weniger, woraufhin sich einige Menschen von mir abgewandt haben und Freundschaften dadurch zerbrochen sind. Doch meine Herzensmenschen sind geblieben. Sie stehen mir täglich zur Seite, kämpfen gemeinsam mit mir und geben mir durch ihre Liebe Halt. Sie machten Momente möglich, in denen ich Lachen konnte und haben mir kleine Wünsche erfüllt.
Sie haben erneut lernen müssen, mit dem neu entstandenen Zustand umzugehen und akzeptieren die Situation, wie sie ist – es muss dunkel und leise sein. Und sie haben akzeptiert, ihr Leben vorerst ohne mich zu planen und weiterzuleben. Was nicht bedeutet, dass sie mich ausschließen. Ganz im Gegenteil, sie brauchen mich – egal wie mein gesundheitlicher Zustand gerade ist und das zeigen sie mir auch. Und egal, was sie tun, sie beziehen mich in alles mit ein.
Ja, dieses Jahr war eine Herausforderung und hat mich viel gelehrt – ob ich wollte oder nicht. Ich bin dankbar, für jeden Tag den ich mit meiner Familie habe, den mein Körper mich mal etwas schont und für die Menschen, die diesen Weg mit mir gehen. Sei es in Gedanken, Unterstützend an meiner Seite oder durch kleine Gesten. Ich danke euch.
Und so traurig wie die jetzige Situation auch ist – Jeden Morgen aufzuwachen und meine Familie an meiner Seite zu haben und an meiner Seite zu wissen, ist das schönste Geschenk an jedem einzelnen Tag. Denn in einer Zeit, in der Menschen sich entscheiden sich von dir abzuwenden und zu gehen, wenn es schwer wird, ist dieses Bleiben und das gemeinsame Gehen eines schweren Weges, keine Selbstverständlichkeit mehr.

Das alte Jahr neigt sich dem Ende und 2026 steht in den Startlöchern. Aber ganz ehrlich, das neue Jahr macht mir Angst. Angst, dass mein Leben genauso weiterlaufen wird wie 2025. Angst, dass mein Zustand sich weiter verschlechtert. Angst, dass keine helfenden Medikamente auf den Markt gebracht werden. Angst, dass man uns weiterhin uns selbst überlässt und wir keine Unterstützung bekommen. Angst, weiterhin um alle Hilfsmittel kämpfen zu müssen. Angst, weil es einfach keine Hoffnung gibt und Versprechen nicht eingehalten werden.
Doch vielleicht wird 2026 ja auch gut und meine Angst ist unbegründet. Vielleicht wird 2026 mein Jahr und mein Gesundheitszustand wird sich verbessern. Vielleicht werde ich ein Medikament finden, welches mir hilft. Vielleicht werde ich kleine positive Erfahrungen machen.
Lasst uns gemeinsam positiv ins neue Jahr 2026 blicken und nur an gutes Denken. Ich wünsche euch allen nur das Beste. Vor allem ganz viel Gesundheit, Liebe und Menschen an euerer Seite, die in guten sowie schwierigen Zeiten an eurer Seite sind.
“With gratitude for what was, good blessed for what comes.”
Autor unbekannt
Einen guten Rutsch euch allen und kommt gut ins neue Jahr. Möge 2026 uns neue Wege und leise Hoffnung bringen – good blessed 2026.
Eure Yvi
