Weihnachten mit Post COVID und ME/CFS

Ich hoffe ihr hattet alle schöne Weihnachten und konntet die gemeinsamen Stunden mit euren Liebsten genießen.

Bei mir war dieses Weihnachten anders. Letztes Jahr war die Bude noch voll und wir haben mit der ganzen Familie gefeiert – dieses Jahr haben wir alleine gefeiert. Alleine mit meiner Mum. Ich wollte Weihnachten unbedingt miterleben und Dabeisein, wenn die Geschenke ausgepackt werden. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn alle hier gewesen wären. Zumal ich es auch von der Lautstärke her nicht ertragen hätte. So war es für meinen gesundheitlichen Zustand perfekt, auch wenn es mit der ganzen Familie noch perfekter gewesen wäre.

Ich war nur zum Kaffe/Abendessen anwesend und zum Geschenke auspacken. Die anderen Stunden mussten meine Lieben, wie sonst auch, ohne mich verbringen. Sie haben sich die Zeit mit Spielen vertrieben und hatten ihren Spaß. Nach dem Geschenke auspacken war ich aber zu nichts mehr zu gebrauchen. Das war etwas zu viel für mich. Die Symptomatik und der Zustand haben mich an diesem Tag nicht verschont. Aber in die ganzen strahlenden Gesichter zu schauen, das war es mir wert.

Wenn ich bei meiner Familie war, dann nur mit Kopfhörer und Sonnenbrille, ansonsten nur Dunkelkammer. Emotional ging es mir gut an diesem Tag und die Entscheidung alleine zu feiern, habe ich nicht bereut.

Der Crash und das emotionale Tief kam erst am 1. Weihnachtsfeiertag. Der Tag hat seine Spuren hinterlassen, obwohl ich wirklich aufgepasst habe. Dazu hat es mich emotional total überrollt, als ich all die schönen Weihnachtsbilder „in Familie“ von Freunden und in den sozialen Medien gesehen habe. In diesem Moment wurde mir wieder bewusst, was mir gerade nicht vergönnt ist – was mir diese Erkrankung alles genommen hat. Ich habe diese Erkrankung in dem Moment verflucht und gehasst. So gerne würde ich wieder unbeschwert mit meiner Familie feiern und daran teilhaben können. Am liebsten ohne all die körperliche Konsequenzen. Aber das ist, im Moment, nicht möglich.

Den 1. und 2. Weihnachtsfeiertag waren wir alleine. Aber das war uns vorher schon bewusst, dass auch diese Tage ohne Besuch sein werden. Für mich wäre das definitiv zu viel geworden. Mein Körper hat die Ruhe gebraucht. So hat jeder entspannt und sich mit seinen Weihnachtsgeschenken beschäftigt.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich eines Tages auch wieder mit meiner ganzen Familie feiern kann. Und bis dahin halte ich durch und versuche mich auch in traurigen Momenten daran zu erinnern, wie kostbar, selbst die kleinsten Momente sind.

Eure Yvi

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